Unterwegs ohne Make-Up zur umwerfenden Schönheit
30. 8. 2024

Wie der Jakobsweg meine innere und äußere Schönheit entfesselte

Ich stehe vor der Kathedrale in Santiago de Compostela und weine – vor Glück, vor Dankbarkeit, überwältigt von Emotionen. Die 270 Kilometer, die ich in den letzten 9 Tagen auf dem portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago zurückgelegt habe, sind in diesem Moment vollkommen nebensächlich.

In den vergangenen neun Tagen habe ich meine schicken Handtaschen gegen einen Rucksack eingetauscht, meine Highheels gegen Sportschuhe und mein Make-up gegen Sonnencreme. Ich habe auf luxuriöse Hotels verzichtet und stattdessen jeden Tag in einem anderen Albergue (Hostel für Wanderer) übernachtet, meist in einem Schlafsaal mit 10 -15 weiteren Pilgern. Die Entscheidung, diesen Weg ganz alleine zu gehen, war weder ein Zufall, noch eine Notlösung, sondern ein bewusster Akt der Selbstbestimmung.

Und nun stehe ich hier, vor der Kathedrale, unfähig, meine Tränen zurückzuhalten. Doch das ist mir völlig egal, denn hier ist man solche Anblicke gewohnt. Außerdem habe ich längst aufgehört, Wert darauf zu legen, was andere denken – und ich trage eh gar keine Wimperntusche, die eventuell verlaufen könnte. 😊

In den letzten Tagen bin ich vielen inspirierenden Menschen aus der ganzen Welt begegnet: Marina aus Australien, Hami aus Korea, Grace aus Irland, Giuliano aus Brasilien, Brian aus Mexiko, Steffi aus Italien, Carlos aus Spanien… und weiteren faszinierenden Pilgern mit beeindruckenden Lebensgeschichten. Wir waren alle so unterschiedlich und doch alle einander so ähnlich. 

Jeder Wanderer hat seine persönlichen (oft sehr bewegenden) Gründe, warum er sich für diesen Weg zur Selbstentdeckung entscheidet. Aber für alle gilt: Je länger du wanderst, desto mehr spürst du die körperliche Erschöpfung. Nach einigen Tagen investierst du deine Energie ganz bewusst nur in das Wesentliche. Du verschwendest sie nicht, um etwas vorzutäuschen. Es gibt keinen Raum mehr für Masken oder Rollen – DU BIST EINFACH DU. Mit all deinen Stärken, mit all deinen Macken. NACKT und REIN.

Genau deshalb stehe ich jetzt hier, auf dem riesigen Platz vor der prachtvollen Kathedrale von Santiago, überwältigt von Gefühlen. Ich bin immer noch ich und doch ganz anders. Ich reflektiere die vergangenen Tage und sehe klar nicht nur meine innere Stärke. Ich erkenne auch, wie sehr ich das Leben liebe und wie groß mein Hunger nach persönlicher Weiterentwicklung ist. 

Auf dem Weg habe ich mich von den letzten Gedanken befreit, die mich gefesselt haben. Mein Herz kennt keine Grenzen. Meine Stärke kennt kein Limit. 

Ich sehe klarer als je zuvor, dass es meine Berufung ist, anderen Frauen zu zeigen, wie wertvoll und wunderschön sie sind.💗💗💗

Deine Paula

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